Nicht nur Adressverzeichnis, sondern Verkaufsplattform mit Produktsuche

Die Unterstützung für unsere lokalen Unternehmen in der Krise ist enorm und neben den Städten engagieren sich auch Privatleute für unsere heimische Wirtschaft. Es entstehen immer mehr Branchenverzeichnisse, in denen die Händler und Dienstleister die Möglichkeit haben, sich und ihr Unternehmen listen zu lassen. In diesen Verzeichnissen werden sie nach Alphabet, oder auch nach Branche sortiert. So haben potenzielle Kunden die Möglichkeit das Branchenverzeichnis zu durchsuchen und zu schauen, ob der Anbieter, bei dem sie etwas kaufen wollen, einen Lieferdienst eingerichtet hat, oder ob man sein Wunschprodukt sogar vor Ort abholen kann.

Warum ein Adressverzeichnis nicht die Lösung ist

Diese Form der Unternehmenspräsentation ist sicherlich ein gut gedachter Weg und es ist auch nicht verkehrt ein Verzeichnis zu haben, in dem ich nachschauen kann, ob ein bestimmtes Geschäft in meiner Stadt noch geöffnet ist. Allerdings besteht bei diesen Adressverzeichnissen eine große Problematik, die meist außer Acht gelassen wird: 

Kunden suchen im Internet nicht nach einem Unternehmen, sondern nach Produkten, oder Dienstleistungen. 

In den Adresslisten finde ich aber in der Regel keine Produkte, sondern nur Unternehmen. Das heißt, ich müsste wissen, wer mein Bedürfnis befriedigen kann, sprich welcher Händler mein Produkt im Sortiment hat. Dazu kommt eine weitere Sache, die im Verkaufsprozess nicht unerheblich ist: Der Zusatzverkauf. Cross-Sell bzw. Up-Sell Verkäufe über die Adressverzeichnisse sind äußerst schwierig bis unmöglich. Für den Unternehmer bedeutet das allerdings fehlendes Zusatzgeschäft, welches er bei einem Besuch des Kunden in seinem Geschäft in der Regel fest einplanen kann.

Bei lokalkaufen24.de ist das anders, denn durch das Onlineshop-System und die direkte Verkaufsfunktion haben Händler die Möglichkeit ihre konkreten Produkte zu präsentieren, sodass die potenziellen Käufer einfach, die auf dem Portal integrierte, Suchfunktion nutzen können, um ihr Wunschprodukt zu finden. Durch die regelmäßige Google-Optimierung der Plattform und gelisteten Produkte wird auch die Auffindbarkeit in den Suchergebnissen immer größer, sodass auch Kunden, die gar nicht direkt auf lokalkaufen24.de suchen, die Produkte von unseren lokalen Händlern finden.


Darüber hinaus haben die Anbieter über das Portal die Möglichkeit, ihre Zusatzverkäufe einzubinden, sodass sie nicht auf den zusätzlichen Umsatz verzichten müssen. Je mehr Händler und Produkte auf der Plattform gelistet sind, desto eher tritt der sogenannte „Einkaufszentrumseffekt“ ein. Das heißt, dass Kunden auf die Plattform kommen, um einfach mal durch das Sortiment zu stöbern und nicht nur, weil ein konkreter Bedarf befriedigt werden muss. Aber auch, wenn ein Kunde aufgrund eines bestimmten Bedarfs die „digitale Shoppingmall“ besucht, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er mehr als nur das gesuchte Produkt in seinen Warenkorb legt. So profitiert der Händler zusätzlich. Durch die zentrale Plattform, auf der alle lokalen Unternehmen aus Iserlohn, Hemer, Menden und Umgebung zusammenkommen und ihr Warensortiment präsentieren, kauft der Kunde höchstwahrscheinlich mehr und auch noch weitere Produkte von anderen Händlern.

Hinzu kommt Folgendes: Unsere Gesellschaft wird immer weiter zur Konsumgesellschaft erzogen, wodurch wir lieber konsumieren, anstatt uns zu informieren, oder lange zu suchen. Als kleines Beispiel: Noch bevor ich aus dem Bett aufgestanden bin, erhalte ich auf meinem Smartphone die Information, wie das Wetter draußen ist. Ich muss also Informationen nur noch konsumieren und werde darauf „getrimmt“ nicht mehr nach den gewünschten Informationen bzw. Ergebnissen suchen zu müssen. Wir wollen mit möglichst wenig Aufwand unseren Konsumbedarf befriedigen. Deshalb ist es so bequem bei großen Shopping-Portalen im Internet einzukaufen.

Warum die Gutscheinportale nicht die Lösung sind

Neben den Adressverzeichnissen entstehen nun auch Portale, in denen Kunden die Möglichkeit haben, Gutscheine von lokalen Unternehmen zu kaufen, um diese so während der Krise zu unterstützen. Für viele Unternehmer klingt auch das erstmal nach einem Strohhalm, den sie unbedingt ergreifen möchten. Aktuell ist jede Liquiditätshilfe ein wichtiger Schritt weg vom Abgrund und weg von einer möglichen Insolvenz. Aber beim Thema Liquidität sind wir auch direkt beim entsprechenden Gegenargument, denn ein Gutschein ist nur eine Liquiditätsverschiebung. Er wird irgendwann eingelöst und gegen Ware eingetauscht und dann muss der Unternehmer auch wieder neue Ware einkaufen und das Liquiditätsproblem taucht wieder auf. Hinzu kommt die Tatsache, dass die meisten Kunden aktuell ihr Geld lieber direkt gegen Ware tauschen. 

Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen sind viele Arbeitnehmer aktuell in Kurzarbeit und kaufen nur die nötigsten Sachen und ein Gutschein gehört da definitiv nicht zu. Zum anderen – dem meines Erachtens nach viel gravierenderem Grund – besteht bei jedem Gutscheinkauf die Gefahr, dass das Unternehmen die aktuelle Krise nicht überlebt und mein ausgegebenes Geld weg ist. Auch wenn ich das keinem Unternehmen wünsche, besteht diese Gefahr aktuell und die Kunden wissen um dieses Risiko.

Gutscheine funktionieren doch!

„Was? Eben hast Du doch geschrieben, Gutscheine funktionieren nicht?!“. Grundsätzlich bin ich auch der Meinung das Gutscheine bei 95% der Unternehmen nicht funktionieren, aber natürlich bestätigen Ausnahmen immer die Regel. Denn es gibt tatsächlich einen Grund, der dafür sorgt, dass Gutscheine funktionieren können. Das Zauberwort heißt „Bindung“. 

Der Fußballclub Rot-Weiß Essen hat zur Bewältigung der Corona-Krise eine Aktion ins Leben gerufen und die Fans dazu aufgefordert Tickets für ein Spiel zu kaufen, dass nie stattfinden wird und der Zuspruch bei den Fans ist gigantisch. Diese Tickets, die ich einfach mal mit Gutscheinen vergleiche (auch wenn der Vergleich hinkt, weil die Käufer hier nicht mal einen Gegenwert erhalten), wurden in gewaltiger Zahl gekauft – weil die Fans eine enge Bindung zum Anbieter haben. Die Unternehmen, die es geschafft haben, eine solche Community aufzubauen, die erreichen ihre „Retter“ allerdings auch außerhalb von solchen Gutscheinportalen. Sind wir doch mal ehrlich, wer von uns durchsucht eine Datenbank nach Unternehmen, die er aktuell mal mit Geld beschenken will, weil er es selbst nicht benötigt?!

Mein Appell an alle Unternehmer und Unternehmerinnen

Verfallt nicht in blinden Aktionismus und greift nicht nach jedem Strohhalm, der Euch aktuell vor die Füße, sondern konzentriert Euch auf eine Lösung, die kurzfristig und auch langfristig Euer Unternehmen nach vorne bringt. Der Onlinemarkt funktioniert nach völlig anderen Gesetzen, als der lokale Handel. Das Such- bzw. Konsumverhalten der Gesellschaft hat – sich schon in den letzten Jahren – , aber auch besonders in den letzten Wochen, durch die Covid-19 Krise enorm verändert.

Wichtiges Schlusswort:

Selbstverständlich haben wir auch zahlreiche UnternehmerINNEN in Iserlohn, Hemer und Menden. Seht es mir bitte nach, wenn ich der Einfachheit halber nur die männliche Form verwende. Ich versuche möglichst neutrale Formulierungen zu nutzen und möchte weder die Unternehmerinnen, noch die Unternehmer ausschließen!

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